Pressemitteilung der Initiative „Nicht auf unseren Schultern“ zur Veröffentlichung der Forderungen 5+5 Für Solidarität gegen Corona

Seit nun schon fast einem Jahr wütet die Corona Krise, nicht nur in Deutschland. Auch hier treffen die sozialen Folgen der Pandemie zuerst und vor Allem diejenigen, deren Lebensbedingungen vorher schon schwer waren:

junge Menschen, Menschen ohne sicheres zu Hause, wirtschaftlich Abgehängte, gesellschaftlich Ausgegrenzte, Geflüchtete und Menschen in anderen prekären Lagen.

Die Initiative „Nicht auf unseren Schultern“ veröffentlicht dazu einen Katalog aus 10 Forderungen „5+5 Solidarität gegen Corona“. Dieser wurde in mehreren 1.000 Ausgaben an Einwohner:innen verteilt.

   

„Fünf dieser Forderungen sind SOFORT realisierbar und müssen aus unserer Sicht auch sofort umgesetzt werden.“, so Sprecher:in Noah Jarusch. „Insbesondere während eines Lockdowns muss allen Menschen ein sicheres zu Hause garantiert werden, alle müssen Zugang zu wichtigen Informationen haben und finanzielle und soziale Probleme müssen abgefangen werden. Alle, die in Notgeraten sind brauchen sofortige und umfassende Hilfe! Diese Schritte sollte niemand fordern müssen. Sie sollten selbstverständlich sein!“

Die Initiative fordert in diesem Zusammenhang konkret unter anderem einen Rechtsanspruch auf Mietstundung, die Nutzbarmachung von leerstehendem Wohnraum aber auch bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung für essenzielle Berufe, die Verbesserung der Situation von Geflüchteten und die Umlagerung der Kosten auf wirtschaftlich privilegierte.

Bei der kurzfristigen Perspektive soll es aber nicht bleiben. „Die Folgen dieser Pandemie zeigen deutlich, dass diese Gesellschaft grundlegend umorganisiert werden muss. Wir haben deshalb fünf weitere Forderungen unter dem Motto ‚und gleich‘ aufgenommen, die dazu beitragen sollen, nicht nur die Folgen von Corona abzufangen, sondern die Gesellschaft insgesamt sozialer und gerechter zu machen. Auch das ist nur ein Anfang.“, so Jarusch weiter.

Der Mittelfristige Teil des Forderungskataloges beschäftigt sich unter anderem mit der Wiederherstellung und dem Ausbau von Grundrechten, dem Auf- und Ausbau selbstverwalteter Nachbarschaften, der gerechteren Verteilung von Wohlstand, dem Schutz flüchtender Menschen und der besseren Anbindung des ländlichen Raumes.

„Es handelt sich wie gesagt um mittelfristige Forderungen. Wir wollen damit zeigen, dass wir bereits heute Schritte unternehmen können, die unsere Gesellschaft lebenswerter machen und die in der Zukunft verhindern können, dass uns ähnliche Krisen in dieser Art treffen.“

Bereits im April 2020 hatte das nachbarschaftliche Solidaritätsnetzwerk Dresden West einen ähnlichen Katalog veröffentlicht. NAUS gehörte auch damals zu den Unterzeichnenden. „Die Situation hat sich seit dem letzten Jahr nochmals verschärft und es ist noch deutlicher geworden, dass wir es hier mit einem langfristigen Problem zu tun haben.“, so Jarusch. „Wir wollen deutlich machen, dass nur grundlegende Umgestaltungen ähnliche Auswirkung in der Zukunft verhindern können. Diese Pandemie mag ein untypisches, unvorhersehbares Ereignis gewesen sein. Ihre Folgen aber sind es nicht. Was hier grade passiert, ist kein Ausnahmezustand, sondern der Normalzustand unter einem Brennglas.“

Forderungen zum Download:

SOFORT und GLEICH

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