Plakat-Aktion: Coronapandemie? Nicht auf unseren Schultern!

Seit nun schon fast einem Jahr wütet die Corona Krise, nicht nur in Deutschland. Auch hier treffen die sozialen Folgen der Pandemie zuerst und vor Allem diejenigen, deren Lebensbedingungen vorher schon schwer waren:

junge Menschen, Menschen ohne sicheres zu Hause, wirtschaftlich Abgehängte, gesellschaftlich Ausgegrenzte, Geflüchtete und Menschen in anderen prekären Lagen.

Um auf diesen Umstand aufmerksam zu machen, wurden im Dresdner Stadtgebiet, am 17.02.2021 mehrere Werbeflächen mit politischen Botschaften, wie „Zwangsräumungen stoppen!“, „Mehr Lohn statt Applaus“ oder „MAKE THE RICH PAY!“ ersetzt.

Die Initiative „Nicht auf unseren Schultern“ veröffentlichte dazu bereits am vergangenen Montag einen Katalog aus 10 Forderungen „5+5 Solidarität gegen Corona“. Dieser wurde in Plakatform verklebt und in mehreren 1.000 Ausgaben an Einwohner:innen verteilt.

„Die Umsetzung dieser Forderungen kann SOFORT und unmittelbar beginnen.“, so die Sprecher:in der Initiative Noah Jarusch. „Es gibt beispielsweise keinen Grund, warum nicht SOFORT leerstehender Wohnraum und ungenutzte Hotelzimmer für Menschen ohne Wohnung zugänglich gemacht werden. Diese Forderung ist nicht neu. Dass gerade trotzdem wohnungslose Menschen erfrieren, wie Anfang Februar in Dresden Pieschen, liegt einzig am fehlenden politischen Willen, das zu verhindern.“

Die Initiative kündigte in den nächsten Wochen weitere Aktionen an, um den Forderungen „5+5 Solidarität gegen Corona“ Nachdruck zu verleihen. Noah Jarusch dazu: „Im Moment ist es schwer sich politisch bemerkbar zu machen. Deswegen werden wir uns auch zukünftig den öffentlichen Raum dafür nehmen müssen. Die aktuelle Krise zeigt deutlich, dass diese Gesellschaft grundlegend anders organisiert werden muss. Diese Pandemie mag ein untypisches, unvorhersehbares Ereignis gewesen sein. Ihre Folgen aber sind es nicht. Sie treffen die am härtesten, die schon unter dem Normalzustand dieser Gesellschaft gelitten haben. Kapitalinteressen sind offenbar wichtiger als das Gemeinwohl und der Staat wird daran nichts ändern, also müssen wir das tun!“

Forderungen zum Download:

SOFORT und GLEICH

 

Redebeitrag der #BettelLobby bei der Mahnwache für den noch unbekannten erfrorenen Obdachlosen in Dresden Pieschen

Im Folgenden dokumentieren wir einen Redebeitrag Vertreter:innen der BettelLobby bei der Mahnwache für einen noch unbekannten obdachlosen Menschen am 12.02.2021 am Dresdner Rathaus:

 

 

Hallo und herzlich willkommen
schön dass ihr und Sie da seid!
Wir sind Teil der BettelLobby

Wir sind heute hier um einem uns unbekannten erfrorenen Obdachlosen zu erinnern. Außerdem wollen wir auf die unhaltbare Situation für Obdachlose aufmerksam machen:

Die Pandemie trifft Obdachlose ganz besonders. Wo kein Rückzugsraum, keine Wohnung, ist das Abstandhalten nicht möglich. Unterkünfte, so sie angenommen werden, stiften keine Ruhe, keinen Schutz. Sie sind Orte der Verwahrung und nicht des Wohnens. Obdachlose berichten davon, dass die Zugänge schwierig sind und dass sie Angst vor der Situation haben zu vielen gemeinsam zu schlafen, zu essen. Frauen und Queers haben Angst und fühlen sich oft nicht geschützt. Die Straße heißt immer große Schutzlosigkeit: Kein Dach über dem Kopf, keine ruhige Minute, keine Wärme, keine Hygiene! Obdachlosigkeit ist immer Stress und gefährdet die Gesundheit.

Zur Pandemie kommt jetzt noch ein immens kalter Winter! Die Minusgrade machen Obdachlosen das Leben zur Hölle. Im Null Komma Nichts ist der Körper kalt und das Schnorren und Betteln, das Flaschensammeln und andere Einkünfte sind fast unmöglich.

Wohnungen & Ferienwohnungen stehen leer, Hotelzimmer stehen leer. Sollen wir gerührt sein über warme Decken und Notunterkünfte?
In der Stadt Dresden stehen insgesamt 394 Schlafplätze zur Verfügung, diese Zahl wird immer wieder bemüht. Außer Acht wird gelassen dass viele Obdachlose da nicht sein wollen oder können. Sozialbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) mahnt: „Es ist unser aller Aufgabe, noch deutlicher als sonst, die Augen offen zu halten. Jeder kann hilflose Menschen unterstützen!“. Das mag aus den Augen eines Kindes eine Handlungsoption sein aber doch nicht für eine Sozialbürgermeisterin. Es ist ihre Aufgabe mehr zu bieten als Angebote die nicht gemocht werden. An alle zu appellieren macht ihre Verantwortung klein: Wir sagen Housing First! Wir wollen Wohnungen für alle! Es stünde gerade der Linken gut zu Gesicht Sozialpolitik als Sozialpolitik zu begreifen und nicht die Verantwortung auf alle zu verteilen. Ein lächerliches „Halten sie die Augen auf“ entzieht sich jeder Verantwortung! So: Wer jetzt keine Unterstützung leistet, handelt verantwortungslos. Selbst die Unterbringung in Hotels kann nur kurzfristig Abhilfe schaffen. Perspektivisch kann nur eine eigene Wohnung die Lösung für Obdachlose sein. In Deutschland gibt es 52.000 Obdachlose und es stehen rund 600.000 Wohnungen leer. Augen auf, Frau Kaufmann!

Und nun ist das schrecklichste passiert: Am Nachmittag des 4. Februar wurde ein verstorbener Obdachloser von Passanten in dem Keller eines bereits abgebrochenen Hauses in Dresden-Pieschen gefunden“, so Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt laut Sächsischer Zeitung.

Wir sind hier weil wir unendlich traurig und wütend sind!
Wir kennen den Verstorbenen nicht, es ist schwierig an jemanden zu erinnern den wir nicht kennen. Wir kennen seine Vorlieben nicht, seinen Geschmack, seine Lebensgeschichte.
Wir wollen auch sprechen über zwei weitere Verstorbene – zwei die wir kennen: Milan und Elemir. Beide kommen aus der Slowakei, sind obdachlos gewesen und sind im letzten Jahr in Dresden verstorben, nicht an Corona – aber wegen Corona und sozialer Kälte. Milan am Stress des Bettelns und der Armut, die einfach krank macht. Corona hat das Leben erschwert, bis hin zum Tod. Elemir ist zwei mal im Krankenhaus wegen seiner Lungenentzündung gewesen, beim zweiten mal „gesund“ entlassen. Er hustete aber noch immer schwer. Er hat dann eine Unterkunft bekommen – aber nur eine Nacht: ich bin nicht mehr der Jüngste, ich muss bleiben können! Doch das konnte er nicht und ist in und an Obdachlosigkeit gestorben.

 

 

(An dieser Stelle wurde ein Gedicht verlesen)

 

Was wir aber wissen ist, dass der Kältetod ein schrecklicher Tod ist. Es ist ein Mensch in dieser Stadt erfroren. Da helfen keine warmen Worte, kein Augen auf, keine Verantwortungsverteilung. Die Gesundheit von Menschen in Obdachlosigkeit ist immer gefährdet. Die Minusgrade waren aber mit Ansage lebensbedrohend. Die nächsten Wochen bleiben lebensgefährlich! Machen Sie die Wohnungen und Hotels auf. Niemand konnte und wird sagen können dass das nicht absehbar war.

Es bleibt dabei – Obdachlosen zuhören und die Bedürfnisse ernst nehmen. Angebote nach den Bedürfnissen einrichten und nicht nach einer Verwaltungslogik. Diese Gesellschaft, so wie sie eingerichtet ist, produziert Tod.

Von daher: Armut bekämpfen, nicht Arme. Autonomie und Gerechtigkeit für Obdachlose.

 

(zum Abschluss wurde ein weiteres Gedicht verlesen)

 

 

Call for Action: Soziale Kälte überwinden!

Am vergangenen Donnerstag wurde in einem leerstehenden Gebäude in Dresden Pieschen ein offenbar wohnungsloser Mensch erfroren aufgefunden. Dies ist die tödliche Konsequenz der sozialen Kälte, die durch diese Stadt und dieses Land weht. Es ist nicht der erste Tod dieser Art und ohne sofortiges Handeln, wird es, so befürchten wir, nicht der letzte bleiben.
Sozialbürgermeisterin Kaufmann sagt dazu in der SZ: „Es ist unser aller Aufgabe, noch deutlicher als sonst, die Augen offen zu halten. Jeder kann hilflose Menschen unterstützen!“
Wir sagen: Niemandes Leben darf von “Augen offen halten” abhängig sein. Vor allem aber könnten Sie(!) etwas tun, um Menschen zu unterstützen, und zwar heute noch!
Es bleibt keine Zeit zu verlieren: Wir fordern SOFORT ungenutzte Hotelzimmer, Ferienwohnungen und Wohnungsleerstand für Menschen ohne Wohnung zugänglich zu machen!
Alle Hotelbetreiber:innen, Wohnungseigentümer:innen und politisch Verantwortlichen tragen die Verantwortung für weitere Todesfälle, wenn nichts geschieht!

Wir rufen euch alle auf: Macht diese Forderung sichtbar! Markiert leerstehenden Wohnraum und Hotelzimmer! Geht Staat, Politik und Kapital auf die Nerven, so gut ihr könnt! Sie alle könnten JETZT etwas unternehmen. Tun sie es nicht, dann weil sie nicht wollen. Nehmt das nicht hin! Jede:r Tote ist eine:r zu viel!

Pressemitteilung der Initiative „Nicht auf unseren Schultern“ zur Veröffentlichung der Forderungen 5+5 Für Solidarität gegen Corona

Seit nun schon fast einem Jahr wütet die Corona Krise, nicht nur in Deutschland. Auch hier treffen die sozialen Folgen der Pandemie zuerst und vor Allem diejenigen, deren Lebensbedingungen vorher schon schwer waren:

junge Menschen, Menschen ohne sicheres zu Hause, wirtschaftlich Abgehängte, gesellschaftlich Ausgegrenzte, Geflüchtete und Menschen in anderen prekären Lagen.

Die Initiative „Nicht auf unseren Schultern“ veröffentlicht dazu einen Katalog aus 10 Forderungen „5+5 Solidarität gegen Corona“. Dieser wurde in mehreren 1.000 Ausgaben an Einwohner:innen verteilt.

   

„Fünf dieser Forderungen sind SOFORT realisierbar und müssen aus unserer Sicht auch sofort umgesetzt werden.“, so Sprecher:in Noah Jarusch. „Insbesondere während eines Lockdowns muss allen Menschen ein sicheres zu Hause garantiert werden, alle müssen Zugang zu wichtigen Informationen haben und finanzielle und soziale Probleme müssen abgefangen werden. Alle, die in Notgeraten sind brauchen sofortige und umfassende Hilfe! Diese Schritte sollte niemand fordern müssen. Sie sollten selbstverständlich sein!“

Die Initiative fordert in diesem Zusammenhang konkret unter anderem einen Rechtsanspruch auf Mietstundung, die Nutzbarmachung von leerstehendem Wohnraum aber auch bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung für essenzielle Berufe, die Verbesserung der Situation von Geflüchteten und die Umlagerung der Kosten auf wirtschaftlich privilegierte.

Bei der kurzfristigen Perspektive soll es aber nicht bleiben. „Die Folgen dieser Pandemie zeigen deutlich, dass diese Gesellschaft grundlegend umorganisiert werden muss. Wir haben deshalb fünf weitere Forderungen unter dem Motto ‚und gleich‘ aufgenommen, die dazu beitragen sollen, nicht nur die Folgen von Corona abzufangen, sondern die Gesellschaft insgesamt sozialer und gerechter zu machen. Auch das ist nur ein Anfang.“, so Jarusch weiter.

Der Mittelfristige Teil des Forderungskataloges beschäftigt sich unter anderem mit der Wiederherstellung und dem Ausbau von Grundrechten, dem Auf- und Ausbau selbstverwalteter Nachbarschaften, der gerechteren Verteilung von Wohlstand, dem Schutz flüchtender Menschen und der besseren Anbindung des ländlichen Raumes.

„Es handelt sich wie gesagt um mittelfristige Forderungen. Wir wollen damit zeigen, dass wir bereits heute Schritte unternehmen können, die unsere Gesellschaft lebenswerter machen und die in der Zukunft verhindern können, dass uns ähnliche Krisen in dieser Art treffen.“

Bereits im April 2020 hatte das nachbarschaftliche Solidaritätsnetzwerk Dresden West einen ähnlichen Katalog veröffentlicht. NAUS gehörte auch damals zu den Unterzeichnenden. „Die Situation hat sich seit dem letzten Jahr nochmals verschärft und es ist noch deutlicher geworden, dass wir es hier mit einem langfristigen Problem zu tun haben.“, so Jarusch. „Wir wollen deutlich machen, dass nur grundlegende Umgestaltungen ähnliche Auswirkung in der Zukunft verhindern können. Diese Pandemie mag ein untypisches, unvorhersehbares Ereignis gewesen sein. Ihre Folgen aber sind es nicht. Was hier grade passiert, ist kein Ausnahmezustand, sondern der Normalzustand unter einem Brennglas.“

Forderungen zum Download:

SOFORT und GLEICH

Redebeitrag gegen die Querdenken-Aktionen am 12.12.2020

Klar statt Quer denken!
Als antikapitalistische Kampagne aus Dresden suchen wir solidarische Antworten auf die Probleme und Herausforderungen der aktuellen kapitalistischen Krise zu finden. 
Die sogenannte „Querdenken“ Bewegung bietet solche Antworten nicht – im Gegenteil:  Ihre Anhänger*innen sehnen sich nach einer noch autoritäreren Gesellschaft, nach noch mehr Konkurrenz, noch mehr Ellbogen, noch mehr Alle gegen Alle.
Alles das verstellt den Blick auf die gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Krise. Denn diese Pandemie mag ein untypisches, unvorhersehbares Ereignis gewesen sein. Ihre Folgen aber sind es nicht.
Diese Krise trifft vor Allem jene, die schon unter dem Normalzustand dieser Gesellschaft gelitten haben: arme Menschen, prekär Beschäftigte, sozial Benachteiligte, Betroffene von häuslicher Gewalt.
Ein Beispiel: Das Gesundheitssystem gerät an seine Grenzen. Kommunen suchen nach freiwilligen Helfer:innen in der Kranken- und Altenpflege, weil das System auf diesen Ausnahmezustand nicht vorbereitet ist. Es ist aber kein neues Problem, dass es nicht genug Pflegepersonal in Sachsen gibt. Es ist das Ergebnis davon, dass seit Jahrzenten Arbeiter:innen in der Pflege unter furchtbaren Bedingungen arbeiten, schlecht bezahlt werden und der letzte Cent aus ihrer Arbeitskraft gepresst wird. Diese Menschen brauchen keine leeren Dankesworte und keinen Applaus vom Balkon, wir brauchen Kontrolle über unsere Arbeitsbedingungen und gerechte Bezahlung.
Dieses Beispiel zeigt, wie viele andere auch, dass uns hier grade nicht die unvorhersehbaren Folgen eines historischen Ereignisses treffen. Was hier grade passiert, ist kein Ausnahmezustand, sondern der Normalzustand unter einem Brennglas. 
Vom Pflegenotstand zu im Stich gelassenen Prekär-Selbstständigen, von Betroffenen häuslicher Gewalt, die mit den Tätern zu Hause eingeschlossen werden, zu Wohnungslosen, die kein zu Hause haben, in dem sie bleiben könnten, von Jugendarbeit, der die Mittel zusammengestrichen werden, zu Geflüchteten, die in Sammelunterkünften nicht einmal ansatzweise Abstand zu anderen halten können:
Der Staat und das Kapital lassen gerade all jene durch das Netz dieser Gesellschaft fallen, die ihnen ohnehin schon immer scheiß egal gewesen sind! Denn weiter zur Lohnarbeit erscheinen dürfen wir alle, egal ob unsere Jobs essenziell sind oder nicht, weiter Miete zahlen müssen alle, egal ob sie sich das noch leisten können oder nicht. Leben retten und Infektionsschutz enden da, wo sie Wirtschaft und Kapital gefährden. Diese Gesellschaft, dieses System steckt nicht in einer Krise, es ist die Krise!
Wenn wir Krisenauswirkungen wie diese abfangen wollen, wenn wir eine Gesellschaft wollen, die wirklich Sicherheit für alle bietet, dann brauchen wir weder die autoritäre Bearbeitung dieser Seuche durch den Staat, noch durch das kapitalistische Gesundheitssytem und schon gar keine rechten Phantasiegebilde von Verschwörungsideolog:innen und Faschist:innen.
Wir brauchen eine Gesellschaft, in der Gesundheitsversorgung sich am Bedarf der Menschen und nicht an Profitinteressen orientiert. Wir müssen uns als Betroffene miteinander organisieren und aktiv werden. Kapitalinteressen sind in dieser Gesellschaft offenbar wichtiger als das Gemeinwohl und der Staat wird daran nichts ändern, also müssen wir das tun!

Rückschau: “Ihr kürzt uns nicht weg, ihr legt uns nicht still!”

Am 06.12. haben wir uns mit ca. 50 Personen in der Nähe des ehemaligen “Kinder- und Jugendhaus A19”, zu einer Kundgebung unter dem Motto “Ihr kürzt uns nicht weg, ihr legt uns nicht still!” zusammengefunden. Wir bedanken uns auf diesem Weg bei allen, die dem Aufruf am vergangenen Sonntag gefolgt sind. Besonders glücklich sind wir über die vielen verschiedenen Gruppen und Strömungen, die sich an der Kundgebung beteiligt haben. Das zeigt uns, dass es ein breites Interesse daran gibt, gemeinsam linke Antworten auf die Probleme zu finden, die die aktuelle Krise aufwirft und verschärft.

So wurden unter Anderem Redebeiträge der Schüler:innen-Gewerkschaft „Schwarze Rose“, der Gruppe „Die Leerstands-bewohner*innen“ sowie der Initiative „Nicht auf unseren Schultern“ verlesen. Im Rahmen eines offenen Mikrofones nutzten Betroffene der Kürzungen die Gelegenheit, von ihrer Situation zu berichten. So erzählte ein:e Mitarbeiter:in aus der sozialen Arbeit von wirtschaftlicher Unsicherheit, Kettenbefristung und Existenzangst, bezogen auf die eigene Situation, aber auch die Projekte im Ganzen. Den Wortlaut der Beiträge versuchen wir in den kommenden Tagen auf unserem Blog zur Verfügung zu stellen. Weiterlesen

Ihr kürzt uns nicht weg, ihr legt uns nicht still! Kundgebung am 06.12. am stillgelegten Jugendzentrum Augsburger Straße

Wir laden euch herzlich zu unserer Kundgebung am 06.12.2020 um 13:00 Uhr an der Ecke Augsburger Straße / Löscherstraße in Dresden Striesen ein!

Seit Anfang November gilt in Deutschland der sog. “zweite Lockdown”. Wie auch zu Beginn der Pandemie treffen die Auswirkungen wieder jene am härtesten, deren Lebensbedingungen vorher schon schwer waren:
junge Menschen, Menschen ohne sicheres zu Hause, wirtschaftlich Abgehängte, Geflüchtete,Menschen in anderen prekären Lagen – gesellschaftlich ausgegrenzte Menschen.

Stellvertretend dafür steht der Beschluss des Dresdner Stadtrates zum Haushalt 2021, in dem seit Monaten diskutiert wird, die Mittel für Jugendarbeit nicht etwa zu erhöhen, sondern weiter zu kürzen.
Anlaufpunkte wie Jugendzentren werden dadurch gefährdet und Jugendlichen werden weitere Anlaufpunkte genommen.
Wir wollen das nicht akzeptieren! In dieser Krise brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Gelder für soziale Projekte, mehr Hilfe für benachteiligte Gruppen, mehr Solidarität und gesellschaftliche Verantwortung.

Das Netzwerk “Nicht auf unseren Schultern” möchte daher am 06.12. an dieser Politik Kritik üben. Wir treffen uns dazu um 13:00 Uhr vor dem ehemaligen “Kinder- und Jugendhaus A19”. Das ehem. Jugendzentrum steht seit vielen Jahren leer und steht damit symbolisch dafür, wie der Staat Jugend- & Sozialarbeit seit Jahren im Stich lässt.

Kommt mit uns auf die Straße! Lasst uns unseren Forderungen nach einer besseren Gesellschaft Ausdruck verleihen. Für echte Solidarität! Jugendarbeit sichern! Unsere Träume brauchen Räume!

Kundgebung:
06.12.2020 – 13:00 Uhr
Augsburger Straße Ecke Löscherstraße

Alle Bäder stehen still, wenn ihr starker Arm es will.

Wir haben letzten Mittwoch eine Streikkundgebung der Gewerkschaft Ver.di besucht. Wir sind zwei Personen, die sich an der Kampagne „Nicht auf unseren Schultern!“ (NAUS) (https://www.naus-dresden.org/) beteiligen. NAUS soll linksradikale Gruppen in Dresden zusammen bringen, um angesichts der Coronakrise handlungsfähig zu sein. Wir kämpfen gegen die Bewältigung der Krise auf den Schultern von Lohnabhängigen, unbezahlten Sorgearbeiter:innen aber auch Geflüchteten, Wohnungslosen und FLINT-Personen. Wir sagen: „Der Kapitalismus ist die Krise!“

Mit einem kräftigen „Wer sind wir? Ver.di!“ stimmen sich die etwa 200 Teilnehmer:innen einer Streikkundgebung auf der Wiese vor dem Georg-Arnold-Bad ein, als wir gerade ankommen. Aufgerufen zu den Warnstreiks hatte die Gewerkschaft Ver.di alle Tarifbeschäftigten ausgewählter Kommunalverwaltungen, Sozialversicherungen, Sparkassen, Betrieben der Ver- und Entsorgung sowie das Städtische Krankenhaus in Dresden.

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Redebeitrag zur Kundgebung „Haushalt 2021/2022: Euer Ernst? Unser Einwand!“

Wir waren heute vor dem Rathaus mit dabei. Es war zwar kalt, doch die Stimmung gut. Danke an alle die da waren. Hier unser Redebeitrag.

„Nicht auf unseren Schultern“ (NAUS) – wir sind eine antikapitalisitische Kampagne aus Dresden, die sich mit den Umständen der Corona Pandemie hier in Dresden auseinandersetzt.
Unser Ziel ist es, solidarische Antworten auf die Probleme und Herausforderungen, der aktuellen kapitalistischen Krise zu finden. Wir wollen eine Plattform für verschiedene Akteur:innen schaffen, um sich auszutauschen und gegenseitig bei der Umsetzung unserer Forderungen und Ziele zu unterstützen.

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